Veröffentlicht am 02.09.2010 von Joe

Shazam Encore und Soundhound ∞ versprechen Musiktitel zu erkennen. Dazu muss nur eine Musikquelle in der Nähe sein. Doch sind die Apps wirklich alltagstauglich? Wir haben die beiden Programme genauer unter die Lupe genommen.

Jeder kennt das: Man hört einen Song, egal ob beim Shoppen, im Auto oder auf einer Party, doch leider weiß man nicht, wie das Lied heißt! Früher musste man sich darüber ärgern und mit einem unbekannten Ohrwurm nach Hause gehen. Heute jedoch gibt es Apps , die Abhilfe Versprechen: Shazam Encore und Soundhound ∞.

Beide Programme sollen Lieder innerhalb einer kurzen Zeitspanne richtig “taggen”, wie das Erkennen der Songs genannt wird. Dabei wird nicht nur Titel und Interpret angezeigt, sondern auch das dazugehörige Album, Genre und das Label, bei dem der Song erschienen ist. Gefällt einem ein Song, kann man dies auch gleich an seine Freunde in Facebook oder auf Twitter mitteilen.

Musiktitelerkennung: Doch funktioniert das wirklich wie versprochen? Wir haben den Härtetest in einer Diskothek gemacht. Trotz Störgeräusch erkannten sowohl Shazam Encore als auch Soundhound etwa 75% der “getaggten” Lieder. Dabei zeigte sich, dass beide Programme auf unterschiedliche Datenbanken zugreifen und daher ein App Lieder erkennt, die die andere App nicht erkennt. Insgesamt schien es, als ob SoundHound einen Tick besser ist als Shazam Encore. Im Bierzelt-Test versagten jedoch beide Apps. Ebenso wie bei einem Live-Auftritt des Star-DJs Fedde Le Grand, was aber wohl für das Können des DJs spricht. Bei SoundHound soll es sogar genügen, Lieder zu summen oder zu singen um den Track zu erkennen. Leider funktionierte das im Test bei mir nicht, was jedoch nur eines zu bedeuten hat: Ich bin gesanglich völlig talentlos…

Erkennungsdauer: Bei der Zeit, die beide Programme benötigen, um Lieder zu “taggen” liegt SoundHound vorne. Shazam Encore zeichnet immer gleichlange Abschnitte von etwa 20 Sekunden auf, während SoundHound bereits von Beginn an die Daten auswertet. Daher gelingt es bei aktuellen Lieder oft schneller, die passenden Ergebnisse anzuzeigen.

Zusatzfunktionen: Praktisch ist auch, dass man direkt auf iTunes und Youtube zugreifen kann. So kann man sehr schnell den Song erwerben, den Videoclip ansehen oder ähnliche Lieder finden. Das weitersagen an die Freunde funktioniert problemlos via E-Mail, Facebook oder Twitter. Auch das Suchen von Musiktiteln ist möglich. SoundHound macht sogar Vorschläge für ähnliche Interpreten, wodurch man schnell neue Schmuckstücke für die eigene Musikbibliothek finden kann.

Kosten: Bei den kostenlosen iPhone-Versionen ist die Musikerkennung meist auf nur 5 Lieder pro Monat beschränkt. Die kostenpflichtigen Varianten sind für 3,99€ erhältlich. Für andere Systeme wie Android, Windows Mobile oder Blackberry gibt es zeitlich befristete Versionen, mit denen man den vollen Funktionsumfang testen kann. Danach muss man sich jedoch ebenfalls mit 5 Liedern pro Monat begnügen oder die Vollversion kaufen.

Fazit: Beide Apps funktionieren bei gängiger Mainstream-Musik, aber auch bei unbekannteren Titeln von House bis Hip Hop relativ gut. Betrachtet man alle Details, so hat SoundHound ∞ die Nase vorne. Für Musikbegeisterte allemal eine gute Möglichkeit die eigene Musiksammlung aufzufrischen. Da aber nicht alle Musiktitel erkannt werden und manchmal sogar falsche Titel angezeigt werden, gibt es nur 4 von 5 Sterne.

4 von 5 Sterne